Wie das Motiv auf den Stoff kommt

Stoffe bemalen: Mit Kopierpapier übertragenes Motiv Nightmare before Christmas, Jack und Sally auf einer Weste, fertig zum Bemalen mit TextilfarbeHast Du nicht auch schon öfter mal gedacht: „Da müsste ich mir eigentlich mal ein Shirt von machen.“? Wenn ja, ist heut der Tag gekommen – da du über diese Seite gestolpert bist – dass du es tatsächlich tun willst. Eine gute Entscheidung!

Mit Stoffmalfarben lässt sich beinahe jedes Motiv auf ein Shirt zaubern. Vom flotten Spruch über abstrakte Farben und Formen bis hin zu fotorealistischen Darstellungen von Mensch oder Tier.

Je nach Begabung des Künstlers sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

Nun gehörst du vermutlich –  so wie ich – zu den Menschen, die lieber eine Vorlage auf dem Stoff hätten, nach der sie sich richten können. Komplett frei Hand male ich nur sehr selten, ich brauche wenigstens Markierungen über die Größe und Platzierung des Motivs.

Sublimatstift – schwieriger Name, tolle Wirkung

Wenn du auch nur Markierungen benötigst oder aber gerne selbst etwas vorzeichnen möchtest, dann kann ich dir einen sogenannten Phantom- oder Sublimatstift  empfehlen. Diese Stifte kommen ursprünglich aus der Seidenmalerei und finden auch Anwendung im Schneiderhandwerk.

Es handelt sich hierbei um eine Art besonderen Filzstift, mit dem man auf Stoff oder Seide malen kann und deren Farbe dann binnen Stunden oder Tagen, spätestens aber bei der ersten Wäsche wieder rückstandslos verschwindet. Deshalb sollte man nach dem Auftragen des Phantomstiftes nicht allzu lange warten mit der Weiterverarbeitung.

Du kannst versuchen, die aufgetragene Farbe durch Abdecken vor Lichteinstrahlung zu schützen. Dadurch sollte sie etwas länger halten.

Vorab ist es auch immer besser, einen Test mit dem Stift an einer unauffälligen Stelle zu machen, da es in sehr seltenen Fällen passieren könnte, dass die Farbe beim Waschen nicht abgeht.

Solltest du dich beim Auftragen des Motivs auf den Stoff vertan haben, so lässt sich der Stift leicht mit etwas Wasser ablösen.

Ein Phantomstift ist also sehr praktisch, wenn man selbst etwas auf sein Shirt malen will, aber die Linien hinterher nicht mehr zu sehen sein sollen.

Kopierpapier – der heimliche Star des Textildesigns

Kopierpapier von Burda - in vier verschiedenen Farben, blau und rot und weiß und gelb

Kopierpapier von Burda – in vier verschiedenen Farben

Die Methode, mit der ich vorzugsweise arbeite, ist die Übertragung mit Kopierpapier. Was früher noch mühsam mit hauchdünnem Kohlepapier und kaum zu erkennenden Linien funktionierte, geht heute dank Kopierpapier aus dem Schneiderbedarf viel leichter.

Mein Favorit ist hier ganz klar die Firma Burda .

Das Papier lässt sich sehr oft wiederverwenden, ist relativ robust und hinterlässt klare und deutliche Linien, die man gut erkennen kann. Zudem lässt es sich beim Waschen rückstandslos entfernen.

Um nun mein Motiv auf den Stoff zu übertragen, drucke ich mir zunächst das gewünschte Bild in der Größe, die es nachher auch auf dem Stoff haben soll, aus.

Vorzugsweise nehme ich dafür etwas dickeres Papier, als man gewöhnlich im Drucker hat, nämlich 100g starkes Papier .

Normales Kopierpapier mit 80g geht selbstverständlich auch, der Komfort bei etwas dickerem Papier ist aber nicht von der Hand zu weisen.

Anschließend lege ich das ausgedruckte Motiv an die Stelle auf den Stoff, an der ich es später haben möchte.

Jetzt wird es etwas kompliziert, aber mit etwas Übung geht dieser Schritt später immer leichter von der Hand. Jetzt muss nämlich das Kopierpapier zwischen den Stoff und das ausgedruckte Blatt Papier geschoben werden – und zwar so, dass das Motiv möglichst nicht verrutscht.

Achtung:
Das Kopierpapier muss immer mit der farbigen Seite auf den Stoff gelegt werden.

Die farbige Seite des Kopierpapiers ist diejenige, die dann eben die Farbe an den Stoff abgibt und dadurch das Motiv überhaupt erst sichtbar macht.

Bei dem weißen Papier ist das etwas schwieriger zu erkennen. Es ist hier meist die etwas glänzendere Seite.

Am besten testest du es kurz, wenn du dir nicht sicher bist.

Nun hast du also das Kopierpapier zwischen Stoff und Motiv hoffentlich an der richtigen Stelle. Das ist der letzte Moment, in dem du jetzt noch korrigieren kannst, wenn du mit der Position nicht hundertprozentig zufrieden bist.

Achtung:
Nimm dir lieber etwas mehr Zeit bei der Ausrichtung des Motivs, als dich hinterher immer zu ärgern!

Ab jetzt empfehle ich dir, die Arbeit ohne Unterbrechungen durchzuführen. Das ist mitunter der anstrengendste und intensivste Teil des Malens. Denn wenn du deine Vorlage jetzt einmal loslässt, verrutscht sie möglicherweise und hinterher ist alles verschoben und schief. Das wäre sehr ärgerlich.

Ich stelle mir an eine Ecke des Vorlagen-Kopierpapierstapels gerne irgendeinen schweren Gegenstand, um die Gefahr des Verrutschens zu minimieren. Briefbeschwerer eignen sich da hervorragend – falls du so etwas noch im Haus hast.

Das Übertragen des Motivs ist der wohl nervenaufreibenste Schritt

Nun brauchst du „nur noch“ das Motiv mithilfe des Kopierpapiers auf den Stoff „abpausen“. Hierfür nutze ich sehr gerne sogenannte Embossing- oder Prägestifte .

Früher nahm ich einfach einen Bleistift oder einen leeren Kugelschreiber. Das war meist etwas mühselig, funktioniert aber auch. Allerdings leidet das Kopierpapier hier meist mehr, wird angeritzt und ist hinterher nicht mehr so oft wiederzuverwenden.

Als ich das erste Mal mit einem Embossingstift arbeitete, war dies wie eine Offenbarung. Das Motiv und das Kopierpapier halten wesentlich länger, die Spitze des Bleistiftes bricht nicht immer wieder ab und es ist wesentlich komfortabler. Mit diesem Stift fährst du nun also die Linien deines Motivs ab, sodass das darunterliegende Kopierpapier seine Farbe an den Stoff abgeben kann.

Achtung:
Ich lege mir für das Übertragen des Motivs IMMER schon mein dünnes Brett, das ich zum Malen später eh brauche, in das Shirt oder den Pullover. So bekomme ich meine Arbeitsfläche so gerade, glatt und fest wie nur irgend möglich, was das Ganze sehr erleichtert.
Stoffe bemalen: Motiv Vorlage mit Kopierpapier auf Stoff/T-Shirt übertragen

So sieht die übertragene Vorlage aus

Beim Abfahren und Nachzeichnen der Linien des Motivs mit dem Prägestift musst du ein wenig mehr Druck ausüben, als beim normalen Schreiben oder Zeichnen, da sonst keine Farbe auf dem Stoff ankommt.

Durch vorsichtiges Hochheben bei gleichzeitigem Fixieren mit der anderen Hand kannst zwischendurch überprüfen, ob du Linien auf deinem Shirt erkennen kannst. Warst du noch zu zaghaft, kannst du die Striche einfach nochmal nachzeichnen.

Durch das Nachschauen kannst du auch gut feststellen, ob du noch irgendwo etwas vergessen hast.

Hast du dein Motiv komplett übertragen, so kannst du die Vorlage und das Kopierpapier entfernen und hast diesen Arbeitsschritt erfolgreich abgeschlossen.

Achtung:
Beim Malen des Motivs solltest du aufpassen, nicht zu oft mit deiner Hand über die Linien zu wischen, da diese sonst nach kurzer Zeit verschwinden könnten.

Letzte Aktualisierung am 19.11.2018 um 18:36 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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