Welche Textilfarbe passt zu mir?

Textilfarben/Stoffmalfarben aus dem Glas, aufzutragen mit dem Pinsel auf Stoff

Nach der Auswahl des idealen Kleidungsstückes zum Bemalen brauchst du jetzt Farben, um dein Motiv auch bunt gestalten zu können.

Klingt logisch, ist es auch.

Doch welche Farben solltest du idealerweise nehmen? Sie sollen schließlich dauerhaft auf dem Stoff halten und auch Wäschen problemlos überstehen.

Oft liest man auf der Suche recht zweifelhafte Tipps. Der eine malt mit Acrylfarben, der andere mit Filzstiften, der dritte schwört auf Batikfarben.

Ich persönlich bevorzuge für meine Werke auf jeden Fall richtige Textilmalfarben aus dem Glas.

Jede Farbe, die nicht für den Einsatz auf Stoff gedacht ist, wird den dort auftretenden Belastungen nicht dauerhaft standhalten können.

Wenn du also damit leben kannst, dass möglicherweise nach der ersten Wäsche keine Farbe mehr dort hat, wo du sie hingemalt hast, kannst du auch mit eher ungeeigneten Farben malen.

Textilfarben wurden extra für Stoffe entwickelt

Roadrunner United Motiv auf einem bemalten T-Shirt, selbstbemalt mit Stoffmalfarben

Dieses Shirt ist fast 10 Jahre alt – und sieht noch beinahe so aus, wie am ersten Tag

Textilfarben indes wurden speziell dafür entwickelt, um auf Kleidung und Stoffen zu halten und auch nach vielen Wäschen noch kräftig und leuchtend auszusehen.

Sie lassen sich fixieren, was eine lange Haltbarkeit verspricht.

Sie bleiben nach dem Fixieren, wo man sie haben wollte und verfärben nicht den Rest der Kleidung in der Waschmaschine.

Sie passen sich dem Stoff flexibel an und fühlen sich nicht wie Gummi oder Plastik auf der Oberfläche an.

Sie sollten im Idealfall auch beim Tragen nicht einreißen und nach Jahren noch strahlen.

Das sind die Gründe, wegen derer ich immer zu Stoffmalfarben greifen würde und auch nur diese guten Gewissens weiterempfehlen kann.

Andere Farben können funktionieren – oder auch nicht!

Grundlegend habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sehr wohl mit Edding oder Acrylfarben auf Stoff „malen“ kann.

Wandfarbe auf Stoff - hält nur, wenn man es nicht will

Wer kennt sie nicht: Die „Malerhose“, aus der die Flecken vom Streichen nie wieder herausgehen?

Allerdings schließt diese Erfahrung auch noch etwas anderes mit ein: Passiert mir das Ganze unabsichtlich und bei meinem besten Pullover, dann halten Acryl- oder auch Wandfarben beinahe ewig. Sie lassen sich nicht auswaschen und verhalten sich sehr hartnäckig.

Die Flecken halten viele, viele Jahre. Unverändert.

Male ich allerdings mit viel Mühe ein Motiv mit Acryl auf ein Shirt oder habe ich auf einem Pullover ein mit Edding geschriebenes Autogramm bekommen, das ich unbedingt behalten will – glaube mir, es verabschiedet sich direkt nach der ersten Wäsche schon der größte Teil davon.

Ich würde es also nicht unbedingt empfehlen. Zu groß sind hier einfach die Unwägbarkeiten. Diese sind bei Textilfarben einfach viel geringer.

Also:
Textilfarben sind speziell für Textilien entwickelt worden und sollten immer erste Wahl für das Bemalen sein, um langanhaltende und farbintensive Ergebnisse zu erzielen.

Deshalb werde ich an dieser Stelle auch nicht weiter auf Farben eingehen, die nicht extra für Stoffe gedacht sind. Es steht dir natürlich frei, dennoch zu experimentieren.

Es können auch gute Ergebnisse dabei heraus kommen, jedoch wäre es mir zu unsicher.

Dafür ist der Arbeitsaufwand bei meinen Malarbeiten auch einfach zu hoch. Da ich meist mehrere Tage – bis zu Wochen – an einem Motiv sitze, wäre es sehr ärgerlich, wenn die Wäsche alles ruinieren würde.

Welche Textilfarbe ist die richtige für dich?

Aber zurück zu den Textilfarben. Nachdem die Entscheidung gefallen ist, für langanhaltende und robuste Ergebnisse besser auf Stoffmalfarben zurückzugreifen, stehen noch mehr Fragen im Raum.

Denn die Auswahl ist inzwischen sehr umfassend und damit gerade für Anfänger schwer zu überblicken.

Was sollte man nun wählen? Stifte oder doch lieber flüssige Farben aus dem Gläschen? Mit Glittereffekt oder zum Aufplustern? Metalliclook oder doch besser opak? Opak? Was soll das denn sein? Fragen über Fragen.

Ich werde jetzt versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Der erste Wichtige Schritt wäre zunächst die Entscheidung zwischen Stiften und flüssiger Farbe.

Textilstifte – einfach in der Handhabung, passabel im Ergebnis

Textilstifte  eignen sich großartig für die Arbeit mit Kindern – gerade mit jüngeren.

So kann man zum Beispiel einen Kindergeburtstag ganz individuell werden lassen. Jeder bekommt ein weißes Shirt, einen Baumwollbeutel oder etwas Ähnliches und kann ihn nach Herzenslust gestalten. Am Ende darf das Werk mit nach Hause genommen werden.

Der Vorteil ist, dass mit den Stiften nicht gekleckert werden kann und die Erwachsenen nicht die ganze Zeit alles mit Argusaugen überwachen müssen. Außerdem trocknen die Stifte sehr schnell – so kann nach kürzester Zeit nichts mehr verwischen oder verschmieren.

Du kannst Textilstifte auch dann gut verwenden, wenn es schnell gehen muss und die Genauigkeit keine allzu große Rolle spielt. Zum Beispiel lassen sich so schnell Shirts für einen Junggesellenabschied verzieren oder Banner beschriften. Der Kreativität sind hier wie so oft keine Grenzen gesetzt.

Auch wer es sich zu Beginn noch nicht zutraut, mit Pinsel und Farbe zu hantieren, der kann seine ersten Gehversuche in der Stoffmalerei durchaus mit Textilstiften wagen. Ich würde allerdings nicht behaupten, dass es leichter ist. Denn der Stoff verhält sich nicht wie ein Blatt Papier.

Man muss ihn beim Malen – gerade bei Stiften – immer stramm halten. Ansonsten schiebt man Stoffwellen vor dem Textilstift her.

Gerade als Anfänger im Bereich Stoffmalen kannst du aber auch Stifte und flüssige Farbe kombinieren: Stifte für die Konturen und den Pinsel für die Flächen. Probier’s einfach mal aus. 😊

Der große Nachteil der Textilstifte ist der, dass das Motiv hinterher nie so aussehen wird, wie mit den flüssigen Farben.

Wer den Unterschied zwischen einem mit Filzstiften und einem mit Buntstiften oder Acrylfarben gemalten Bild kennt, wird mir vermutlich zustimmen. Hier verhält es sich nämlich ähnlich.

Schattierungen oder Farbverläufe gehören ebenso nicht zum Portfolio der Stoffmalstifte, wie Farbintensitätsabstufungen.

Die Möglichkeiten sind eben begrenzt. Das bedeutet nicht, dass sie nicht ihre Berechtigung haben. Wie oben geschrieben, gibt es durchaus gute Verwendungszwecke.

Flüssige Textilfarben – das Feuerwerk der Kreativität

Meine persönlichen Favoriten sind und bleiben flüssige Textilfarben.

Hier sind die Möglichkeiten schier unendlich. Ob mit dem Pinsel, dem Schwämmchen, der Sprühflasche oder gar nur den Fingern aufgetragen, auf hellen oder dunklen Stoffen, der Variantenreichtum ist beinahe unerschöpflich.

Und die Ergebnisse sehen einfach fantastisch aus.

Eine Auswahl diverser Stoffmalfarben/Textilfarben aus dem GlasZu erwähnen wären hier die beiden namhaftesten Hersteller von Textilfarben Marabu  und Javana .

Mit diesen beiden Firmen habe ich bis jetzt die besten Erfahrungen gemacht. Die Farben haben eine gute Konsistenz, sind ergiebig und halten sehr lange.

Ich habe z.B. einen ca. 15 Jahre alten Pullover, der mit Marabu Farben  bemalt ist und das Motiv sieht trotz unzähliger Waschgänge noch sehr akzeptabel aus.

Lediglich der Pullover löst sich so langsam auf.

Weiterhin sind die Gläschen in beinahe jeder erdenklichen Farbe erhältlich und sollte doch mal eine fehlen, sind sie ohne Probleme untereinander mischbar.

Für die extravaganten Fälle gibt es Glitzereffekte, Plusterfarben, Metalliclook oder sogar zum Teil nachtleuchte Effekte.

Textilfarben sollten wasserlöslich sein

Die Farben beider Hersteller sind beide auf Wasserbasis und im nicht fixierten Zustand ganz einfach auswaschbar, sollte man sich mal vermalt haben.

Die meisten Farben sind laut der Hersteller zwischen 100% und 70% Baumwollanteil verwendbar. Hierbei achte bitte dringend auf den jeweiligen Hinweis bei der ausgewählten Farbe.

Mischst du zwei Farben, die unterschiedliche Angaben über den Baumwollanteil haben, orientiere dich bitte bei deinem ausgewählten Stoff lieber am höheren Anteil.

Sprich lieber weniger Synthetik Anteil nehmen, als hinterher Löcher im Motiv haben.

Opakfarbe – der Schlüssel zum Bemalen dunkler Stoffe

Weiße Textilfarbe von Javana aus dem Glas

Opakfarbe von Javana

Je nachdem welche Farbe dein zu bemalender Stoff hat, musst du zwischen normalen Stoffmalfarben und denen mit dem Hinweis „opak“ oder „plus  wählen.

„Normale“ Textilfarben mit dem Hinweis „für helle Stoffe  sind eben auch nur für diese geeignet.

Malt man mit diesen Farben auf dunkle Stoffe, wird das Ergebnis im Normalfall niemals zufriedenstellend werden.

Diese Variante besitzt nicht genug Deckkraft. Deshalb wurden die sogenannten „opak“ oder „Textil-plus“ Farben entwickelt. Sie sind extra für dunkle Stoffe geeignet.

Mehrer Farbschichten lassen Opakfarben strahlen

Allerdings sollte gesagt sein, dass auch hier oftmals ein einfacher Farbauftrag nicht ausreicht.

Nach dem ersten Trocknen sollte überprüft werden, ob die Farbe schon deckend genug ist, ansonsten muss man nochmals darüber malen.

Im Normalfall sollten zwei bis drei Schichten ausreichen, manchmal sind noch mehr vonnöten.

Du solltest aber schon darauf achten, dass die einzelnen Schichten etwas Zeit zum Antrocknen haben, sonst wird die erwünschte Deckkraft auch nach mehrmaligem Farbauftrag nicht erreicht.

Mit Opakfarben kann man übrigens bedenkenlos auf hellen Stoffen malen.

Leider ist die Auswahl der Textilfarben für dunkle Stoffe nicht ganz so groß, wie die für helle Stoffe. Hier musst du beim Mischen auch Acht geben, denn eine Farbe für helle und eine für dunkle Stoffe zu mischen kann dazu führen, dass Deckkraft verloren geht.

Es gibt einen Trick, wenn dir die passende Opakfarbe fehlt

Habe ich nicht die richtige Farbe für meinen schwarzen Pullover, behelfe ich mir mit folgendem Trick: Ich male die Fläche, für die ich nicht die richtige Opakfarbe habe, zunächst mit Opak-Weiß an.

Dann lasse ich sie trocknen und trage im nächsten Schritt die normale Farbe auf das Weiß auf.

Das funktioniert in der Regel sehr gut und ist hinterher nicht vom Rest zu unterscheiden. Probiere es einfach mal aus.

Denn vor ein paar Jahren war die Auswahl an Stoffmalfarben für dunkle Stoffe noch sehr eingeschränkt und es gab maximal Weiß und ein paar Grundfarben. Da kam mir diese Variante sehr gelegen.

Stoff bemalen: Selbstbemaltes T-Shirt mit Opak weißer Stoffmalfarbe mit einem Bärenbrüder Motiv

Vorgemalte Flächen mit Opakweiß…

Stoffe Bemalen: selbstbemaltes T-Shirt, Bärenbrüder Motiv nachcoloriert mit Brauntönen

…nachträglich coloriert.

Effektfarben können tolle Akzente setzen

Putziges Vogelmotiv auf einem selbstbemalten T-Shirt mit Textilfarben

Das Metallicbraun setzt Akzente

Möchtest du Textilfarben mit Effekten  in dein Motiv einbauen, musst du unbedingt vorher checken, wie die genauen Beschreibungen dafür lauten.

Gerade mit den Plusterfarben darf man beispielsweise nicht so lange warten. Man muss sie zügig weiterbearbeiten, ansonsten verschwindet der Plustereffekt , bzw. lässt sich nicht mehr auslösen.

Das ist wichtig, gerade wenn man etwas länger an seinem Motiv sitzt. Je nach Komplexität brauche ich für ein Kleidungsstück auch mal mehrere Tage.

Das wäre für Plusterfarben zu lange. Diese müssen direkt weiterbehandelt werden.

Achte also vorher darauf und mache dir besser einen Plan, ob du die Effektfarben zu Beginn oder am Ende auftragen willst und plane dir genug Zeit ein für die Nachbearbeitung.

Sprühfarben – Top oder Flop?

Fashion Spray von Marabu, Textilfarben zum Sprühen

Fashion-Spray von Marabu

Werden Sprühfarben  verwendet, mit denen man tolle Hintergründe zaubern kann oder mit Schablonen arbeiten kann, muss die Umgebung gut abgedeckt werden.

Bedenke, dass Sprühflaschen die Angewohnheit haben, nicht nur dorthin zu sprühen, wo du es gerne hättest. Wenn dein Schreibtisch, der Fußboden oder die Wand allerdings eine neue Farbe gebrauchen können, lass die Abdeckung weg. 😊

Alle Farben mit denen ich bisher gearbeitet habe – egal ob Textilmarker oder Stoffmalfarbe aus dem Glas, der Tube oder der Sprühflasche – hatten eines gemeinsam: Sie müssen nach Abschluss der Malarbeit fixiert werden.

Es nützt nämlich nichts, wenn man das tollste Motiv gemalt hat und sich dieses nach der ersten Wäsche verabschiedet.

Die Varianten unterscheiden sich hier und ich werde genauer auf die Möglichkeiten im Artikel Textilfarbe fixieren – so gelingt es eingehen.

Der Vollständigkeit halber sei es aber an dieser Stelle bereits erwähnt.

Die Art der Fixierung richtet sich auch wieder nach der Firma und dem Material – also unbedingt Herstellerhinweise beachten!

Jetzt kannst du entscheiden, welche Farbe für dich am besten geeignet ist – und direkt loslegen.

Die Links zu den vorgestellten Farben findest du im Text, sodass du die Stoffmalfarben einfach online bestellen kannst. 😊

Letzte Aktualisierung am 19.11.2018 um 18:36 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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