So findest du das ideale Kleidungsstück zum Bemalen

Selbstbemalter Pullover mit Jason, Freitag der 13. Motiv

Das geeignete Textil ist die Grundlage deines Stoffdesigns und sollte gründlich und mit Bedacht ausgewählt werden. Nichts ist ärgerlicher, als sich viel Mühe mit der Malerei und dem Motiv gemacht zu haben und nach ein paar Waschgängen lösen sich Nähte auf oder Ähnliches.

Deshalb solltest du möglichst auf eine hohe Qualität achten. Ich gebe zu, dass das heutzutage nicht immer das Einfachste ist. Aber ein paar Punkte solltest du immer im Hinterkopf haben, wenn du ein Kleidungsstück zum Bemalen aussuchst.

Es spricht nichts gegen dein altes Lieblingsteil aus dem Schrank

Am besten eignet sich natürlich dein Lieblingsshirt, dass schon eine ganze Weile zu deinem Kleiderrepertoire gehört und die ersten Waschgänge bereits unbeschadet überstanden hat. Hierbei weißt du dann nämlich auch, ob es sich möglicherweise verzogen hat oder eingelaufen ist. Ist dies alles nicht der Fall wäre dies die beste Lösung.

Wichtig ist allerdings auch ein hoher Baumwollanteil. 100% sind absolut ideal, bis 80% Baumwolle schaffen die meisten Textilfarben auch ohne Probleme, aber ab 70% und weniger Baumwollanteil sollte Vorsicht geboten sein.

Du musst unbedingt vorab auf die Herstellerinformationen sowohl des zu bemalenden Stoffes, als auch der Stoffmalfarbe achten, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Interessant: Warum Stoffmalfarben nicht an Kunstfasern haften.
Oft höre ich die Frage: Muss es wirklich Baumwolle sein? Auf Synthetik Kleidung sehe ich schließlich auch oft Aufdrucke, dann müsste das Bemalen doch auch gehen?

Nein, Synthetikstoffe lassen sich in den meisten Fällen nicht bemalen, jedenfalls nicht dauerhaft.

Kunstfasern, wie z.B. Polyester, bestehen aus einem geschlossenen Kunststoffstrang. Dieser kann nur während des Verarbeitungsprozesses gefärbt werden, danach kann keine Farbe mehr eindringen und würde das Gewebe maximal umhüllen.

Das wäre dann nicht wasserfest.

Synthetiktextilien mit Aufdrucken bestehen also schon aus mehreren vorab unterschiedlich gefärbten Fäden. Bei Naturfasern, wie z.B. Baumwolle, handelt es sich um offene Fasern, die durchaus Farbe aufnehmen können. Deshalb eignen sie sich bestens für die Stoffmalerei.

Ich persönlich lege immer Wert darauf, dass auf den Shirts und Pullis, die ich bemale, vorne kein riesiges Herstellerlogo zu sehen ist. Das ist mitunter nicht ganz so einfach. Denn je renommierter ein Hersteller ist, desto eher erwarte ich gute Qualität – und habe auch oft recht damit. Leider verzichten diese Hersteller dann aber nicht darauf, groß auf ihren Namen hinzuweisen. Das ist mitunter ziemlich ärgerlich, wenn man künstlerische Absichten mit dem Stück hat.

Gute Erfahrungen habe ich über die Jahre mit den Firmen Fruit of the Loom  und B&C  gemacht. Hier gibt es meist gute Qualität OHNE großes Logo.

Aber auch andere Hersteller können gut funktionieren. Nicht viel halte ich von den Bekleidungsstücken, die beim ersten Ansehen schon sehr durchsichtig scheinen. Hier hat man dann oft das Problem, dass die Farbe zu dick sein könnte, durchscheint oder durchläuft oder aber das Textil nach der ersten Wäsche direkt aus der Form geht.

Achte auf einen niedrigen Stretchanteil – oder sei dir der Risiken bewusst

Selbstbemaltes T-Shirt mit Bärenbrüder Motiv

Dieses Shirt hat einen relativ hohen Stretchanteil – wie am Motiv zu erkennen

Es ist möglich, Textilien mit einem Stretchanteil zu bemalen. Jedoch sollte man sich immer bewusst sein, je elastischer der Malgrund ist, desto eher wirkt sich das hinterher negativ auf das Gemalte aus.

Hierbei wäre beim Bemalen dann unbedingt auf eine ausreichende Vorspannung zu achten. Nicht zu doll allerdings, da sonst das Motiv später zusammenziehen und dann auch Schaden nehmen würde.

Ebenso kann man sicherlich auch andere Oberflächenstrukturen, z.B. Feinrippunterhemden oder ähnliches, bemalen.

Bedenke aber, je nachdem wie ordentlich du das Ergebnis haben willst, sollte die Oberfläche lieber glatt und ebenmäßig sein. Arbeitest du mit Sprühfarben, wäre das nicht so schlimm, allerdings kann sich auch hier mehr Farbe an den unterschiedlichen Strukturen sammeln und ungewollt aussehen.

Wichtig:
Spare lieber nicht an der Qualität des Kleidungsstückes, sonst ist die ganze Arbeit hinterher vergeblich.

Möglicherweise empfiehlt es sich bei unsicherer Qualität, das Kleidungsstück nicht nur einmal wegen der Appretur, sondern mehrfach zu waschen. So kannst du schnell feststellen, ob das Textil zum Einlaufen oder Ausleiern neigt oder schon nach kürzester Zeit Löcher hat.

Ein hoher Baumwollanteil ist für die Langlebigkeit meist entscheidend

Selbstbemalter Pullover mit Assassins Creed Motiv, bemalt mit Textilfarben aus dem Glas

Dieser Pullover hat mindestens 30% Polyesteranteil

Solltest du in Zukunft häufiger Klamotten bemalen wollen, kannst du natürlich auch experimentieren. Ich habe beispielsweise schon erfolgreich einen Pullover mit mindestens 30% Polyesteranteil bemalt und das Motiv hält schon über ein Jahr.

Das heißt nicht, dass das immer funktioniert, aber in diesem Fall schon. Sei nur immer darauf gefasst, dass auch mal etwas schiefgehen kann.

Ich besitze die ersten Shirts und Pullover noch, die ich vor rund 15 Jahren bemalt habe. Manche von ihnen kann ich immer noch tragen, bei anderen machen sich Stoff oder Nähte so langsam vom Acker. Gemeinsam haben sie jedoch, dass das gemalte Motiv immer noch gut zu erkennen ist und nicht wirklich alt aussieht.

Also:
Achte auf gute Qualität der Textilien, dann überlebt dein Motiv das Textil unter Umständen um Jahre!

Wenn du Stoffe zum Weiterverarbeiten bemalen willst, nimm auch hier den höchsten Baumwollanteil, den du finden kannst. Achte aber gleichzeitig auch auf die Webart. Ist ein Stoff zu fein und glatt gewoben, so kann es passieren, dass die Farbe nicht tief genug in die Fasern eindringen kann, nur oben aufliegt und sich bei der ersten Wäsche ablöst.

Wichtig:
Bist du dir nicht sicher, ob die Farbe auf dem Stoff haften bleibt, kannst du einen Test entweder an einer unauffälligen Stelle oder auf einem Teststück machen. Dieses wird wie das spätere Motiv behandelt, um zu sehen, ob Stoff und Farbe harmonieren.

Du solltest auch immer im Hinterkopf haben, wofür du dein Kleidungsstück bemalst. Das macht es dir vielleicht leichter, die richtige Qualität zu finden.

Soll es ein T-Shirt werden, dass du am liebsten jeden Tag tragen möchtest oder werden es Vorhänge, die vielleicht alle drei Monate mal gewaschen werden müssen? Die Anforderungen wären hier sehr unterschiedlich.

Schlussendlich solltest du einen möglichst hohen  Anspruch an deinen Stoff stellen, dich aber nicht ärgern, wenn es doch mal nicht so klappt, wie du es dir vorgestellt hast. Sieh es als einfach als Übung – auch das Erkennen guter Qualität braucht Training.

Letzte Aktualisierung am 19.11.2018 um 18:36 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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