Bilderstrecke: Die Entstehung des „Rise Against“ Tanktops

Rise Against Tanktop - selbstbemalt - Stoffe-bemalen.de - Gelli Plate - TextilmalfarbeIn den Bilderstrecken möchte ich dir zeigen, wie ich bei meinen Arbeiten vorgehe, in welcher Reihenfolge ich die Arbeitsschritte vollziehe und wie so langsam das fertige Werk entsteht.

Die einzelnen Schritte kommentiere ich dabei so gut es geht, damit man sie nachvollziehen kann.

Beginnen möchte ich dabei mit einer kurzen Beschreibung des Projekts und einer Auflistung der benötigten Materialien.

Los geht`s.

Das Rise Against Tanktop

Wenn du den Artikel Die Gelli Plate und die Stoffmalerei – eine Liebeserklärung gelesen hast, dann werden dir Teile dieser Bilderstrecke sehr bekannt vorkommen. Wenn nicht, schau doch gerne mal vorbei. Meistens bekommst du in meinen Bilderstrecken zu sehen, wie ich meine Motive plane, vorzeichne und anschließend gestalte. Ganz selten kommt es dabei mal zu unvorhergesehenen Vorkommnissen. Da ich meine Techniken über die Jahre ziemlich perfektioniert habe und eben auch super viel Erfahrungen gesammelt habe, kann mich kaum noch etwas schocken.

Probiere ich aber wie hier neue Techniken aus, so kann auch mir noch mal so richtig was in die Hose gehen. Und bei diesem Top ist so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Eigentlich wollte ich nur ein drittes Kleidungsstück mit dem Logo und Schriftzug meiner Lieblingsband „Rise Against“ versehen und dabei die Gelli Platte in Kombination mit Schablonen verwenden.

Aber gelegentlich kommt ja alles anders und da ich noch voll im „Ausprobiermodus“ mit meiner Gelli Plate war, habe ich hier nun wirklich alles falsch gemacht, was geht. Aber das sind eigentlich auch die besten Erfahrungen, da man am meisten daraus lernen kann. Und ganz im Ernst – für all das, was hier schief gelaufen ist, bin ich mit dem Ergebnis so super zufrieden, dass ich auch einfach hätte sagen können: „Das war so geplant!“.

Damit du ein kleines bisschen ein Gefühl dafür bekommst, aber auch aus meinen Fehlern lernen und sie bei deinen Arbeiten vermeiden kannst, möchte ich sie dir hier einfach ganz ungeschönt zeigen. Entgegen der landläufigen Meinung gelingt mir auch nicht alles beim ersten Versuch. 😉 Auf geht’s!

Benötigte Materialien
  • schwarzes Tanktop
  • Gelli Plate 
  • Textilmalfarben in den Farben Rot und Weiß
  • Vorlage
  • Cuttermesser und Schneidunterlage
  • für eine wiederverwendbare Schablone: Mylarfolie 
  • Malerkrepp, Wasser, Einwegspritze, Spachtel, Farbroller, Küchenkrepp

Die einzelnen Arbeitsschritte in chronologischer Reihenfolge beginnen mit der Übertragung des Motivs und münden dann im Auftrag der unterschiedlichen Farbschichten.

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Die beiden Schablonen hatte ich von den vorherigen Rise Against Projekten schon fertig. Die Schablonen haben den großen Vorteil, dass man mit ihnen erstens so viele Kleidungsstücke gestalten kann, wie man will (oder der Schrank so hergibt) und zweitens vorab schon die Motivaufteilung gut festlegen kann.
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Da ich ja schon festgestellt hatte, dass die Schablonen eine sehr gute Kombination mit der Gelli Plate abliefern, war das auch hier der Plan. Also die Schablone mit der Heartfist verkehrtherum auf die Gelplatte legen, andrücken und die Farbe auftragen. dafür eignet sich ein Farbroller optimal. Für ein spannenderes Ergebnis habe ich hier zwei Rottöne kombiniert. Diese erste Heartfist ist auch wirklich richtig schön geworden. Sie hat es so leider nicht aufs Top geschafft, wie du gleich sehen wirst.
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Das weiß ich hier allerdings noch nicht, also geht es erstmal ganz normal weiter: Schablone abziehen, über das Ergebnis freuen und noch ein schnelles Foto machen…
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Anschließend die Schablone an der gewünschten Stelle auf dem Kleidungsstück platzieren und gut andrücken. Die Schattierungen durch die zwei Rottöne kann man trotz der Spiegelung noch gut erkennen.
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Nach dem Abziehen der Gelli Plate kann man das Ergebnis bewundern. Sehr schön geworden. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass ich das Top gleich „ruinieren“ werde. Noch freue ich mich über die Möglichkeit, mit mehreren Farbtönen schöne Varianzen in die Motive bringen zu können, die ich ohne die Gelli Plate so nie erreichen würde.
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Und nun nimmt das Drama langsam seinen Lauf. Ich habe mich bei dem Weiß für die Schrift für eine Farbe entschieden, die leider schon ein bisschen überaltert ist. Sie klumpt und lässt sich trotz intensivem Aufrühren nicht davon abbringen. Mit Wasser verdünnen will ich sie auch nicht, da sie dann nicht mehr ausreichend decken würde. Also nehme ich einfach ein bisschen mehr (warum auch immer das die Konsequenz aus der ungeeigneten Konsistenz für mich war?!) und mache unbeirrt weiter. Wahrscheinlich nach dem Motto: „Viel hilft viel“ oder so…
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In diesem Moment hätte mir vielleicht schon aufgehen können, dass das zu viel Farbe ist. Spoileralarm: Mir ist gar nichts aufgefallen. 🙈 Also mein Tipp an dich: Nimm niemals zu viel Farbe bei der Verwendung von Gelli Plate und Schablone – das geht nicht gut!
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Sieht doch noch ganz gut aus? Ja, bis hierhin vielleicht. Aber gleich auf dem Stoff stellt sich die große Preisfrage: Wo soll das Zuviel an Farbe denn hin? Wird es sich nach unten in den Stoff verziehen oder doch eher an den Seiten herausquellen, wie ein überfahrener Frosch? Dreimal darfst du raten… 😑
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Jo, der Kandidat hat hundert Punkte. Das war eigentlich zu erwarten. Trotzdem hat es mich in dem Moment sehr überrascht und tatsächlich auch ein bisschen geschockt. Ich war vorher so genervt von der Farbe, die nicht machte, was sie sollte, dass ich das nicht hatte kommen sehen. Da war es nun, das Drama… Die Farbe ist aufgequollen, wie ein ordentlicher Hefeteig. Nur leider wird in diesem Fall nach dem Backen kein leckerer Kuchen draus. Nun war allerdings das Unglück schon passiert und guter Rat teuer. Was würde ich euch in so einem Fall raten? Auch wenn es schade um die Heartfist ist – ab in die Waschmaschine damit. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste? Das 15 Minuten Kurzprogramm kommt gegen diese Menge an Farbe auch nicht an… Aber seht selbst…
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15 Minuten Kurzwaschprogramm später und was sehen wir? Immer noch zu viel…. Sehr schön, weiß ich das jetzt auch… Auch wenn ich in diesem Moment kurz davor war, das Top einfach aus dem Fenster zu werfen – was ehrlich gesagt nicht viel bringt, da wir im Erdgeschoss wohnen – habe ich das Ganze erstmal zum Trocknen aufgehängt und überlegt, was man daraus nun noch machen könnte.

Ich hätte das Top nun noch einmal waschen können. Darauf hatte ich aber ehrlich gesagt keine Lust. Während ich also so das vermeintlich ruinierte Ergebnis betrachtete, erwog ich meine Möglichkeiten. Noch einmal mit der Gelli Plate zu arbeiten, konnte ich vergessen. Ich würde nicht exakt noch einmal die selben Stellen treffen. Das schied also schon einmal aus. Ich kannte das Ganze nun einmal von Hand nachmalen. Oder ich legte die Schablonen auf und nutze das verblasste Etwas dort als eine Art „Hintergrundschatten“. Das schien mir noch die charmanteste Lösung zu sein, um das Top noch einigermaßen zu retten. Gesagt, getan.

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Also flugs die Schablone über die verwaschene Heartfist (und ich bin immer noch traurig, denn die war echt schön) geklebt und die rote Farbe zur Hand genommen. Da ich mit den puren Schablonen nun bisher auch nicht die allerbesten Erfahrungen gemacht hatte, hatte ich beschlossen, mit dem Pinsel ein bisschen so zu arbeiten, als würde ich normal malen und nicht einfach über die komplette Schablone Farbe zu verteilen. So wollte ich verhindern, dass die Farbe unter die Schablone läuft.
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Durch das Auslassen des kleinen Randes sieht man außerdem die erste Heatfist noch ein wenig durchschimmern. Den Effekt lasse ich nachher einfach als „gewollt“ so stehen. Außerdem wird durch das „direkte“ Malen ohne den Umweg über die Platte das Rot auch nochmal deutlich kräftiger.
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Und fertig sieht sie dann so aus. Ich muss sagen, auch wenn ich der ersten Heartfist hinterher trauere, sieht die zweite durchaus auch sehr gut aus! Das leuchtende Rot hat definitiv auch etwas.
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Mit der Schablone für die Schrift verfahre ich nun genauso. Gegen Verrutschen fixiere ich sie mit Malerkrepp auf dem Stoff.
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Auch hier lasse ich wieder einen kleinen Rand frei. Mit Schablone kann man noch nichts genaues erkennen, aber die Reste des zerlaufenen Schriftzuges werden wohl danach noch deutlich genug zu sehen sein. Da das Weiß für meine Begriffe noch nicht genug deckt, werde ich hier auch noch eine zweite Schicht Farbe aufbringen müssen.
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Die erste Schicht Farbe ist fertig. Die Schablone hat hier – da ja das darunter liegende zu sehr verlaufen war – definitiv geholfen, eine saubere Schrift hinzubekommen.
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Die zweite Schicht Farbe werde ich ohne Schablone auftragen. Außerdem war ich sehr neugierig, wie das Ganze jetzt schon aussieht. Ich muss sagen, ich finde es sehr interessant und wenn man nicht weiß, dass es sich hierbei um einen Unfall handelt, könnte man den Effekt glatt gutheißen.
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Eine zweite Schicht Farbe später taucht nun die Frage auf, was diesem Top noch den letzten Schliff verleihen könnte. Denn irgendetwas fehlt noch. Da nun das Motiv nicht mehr wirklich „glattgebügelt“ aussieht – was die Band ja aber im Übrigen auch nicht ist – kann noch etwas Ausgefallenes dazukommen. Ich habe da auch schon so eine Idee im Kopf…

Ich mag den Effekt von Tropfen – ob nun Wasser, Farbspritzer oder Blut (kein echtes natürlich) oder was auch immer – auf Shirts im Allgemeinen sehr gerne. Bisher hatte ich aber noch nie die Möglichkeit, diese wirklich auch als Tropfen darzustellen – zumindest nicht auf dunklen Stoffen. Bis Farbe so tropft, dass es nachher auch wie ein Tropfen aussieht, muss man sie doch recht stark verdünnen. Und dann passiert nun mal, was passieren muss, entweder verläuft die Farbe auf einem hellen Stoff direkt oder ist auf dunklen Stoffen nicht mehr zu erkennen.

Dank der Gelli Platte ist nun ein neues Zeitalter angebrochen. Ich habe jetzt endlich die Möglichkeit, diese Effekte auch auf dunklen Stoffe hinzubekommen. Okay, ja ich muss immer noch zusehen, dass ich einen schönen Tropfen, der nicht zu wässrig ist, auf die Platte bekomme. Dafür habe ich mir eine Einwegspritze besorgt. Damit war das Ganze gut lösbar.

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Ein gut aufgerührtes und minimal verdünntes Rot und eine Einwegspritze sollen mir mit der Gelli Plate zusammen zu einem „Blutspritzermuster“ verhelfen. Man muss ein bisschen aufpassen, damit das Ganze nicht vorab schon eine riesen Sauerei wird. Das „Ausdrücken“ der Farbe aus der Spritze passiert je nach Modell tatsächlich nicht schön flüssig, sondern eher ruckartig. Also auf jeden Fall gut zielen! 😉
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Warum ich die Farbe nicht direkt auf den Stoff tropfe? Das gäbe doch auch ein Spritzmuster?! Ja und nein. Natürlich gäbe das ein solches Muster, aber eben nicht so, wie ich es gerne hätte – denn ich mag es, wenn die Spritzer auch ein wenig nach unten laufen. Und genau das geht so nämlich auf Stoff nicht einfach. Außerdem möchte ich zwecks längerer Haltbarkeit schon dafür sorgen, dass die Farbe etwas in den Stoff hineingearbeitet ist und nicht als dicker Punkt darauf liegt.
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Außerdem kann man hier wunderbar erkennen, dass nun durch das Andrücken der Platte wirklich Spritzer oder große Tropfen aus den Punkten geworden sind. Nun sieht es tatsächlich etwas realistischer aus. Und einen weiteren Vorteil hat die Platte – gefällt mir ein Punkt oder Spritzer nicht so gut, kann ich ihn auf der Platte noch ganz easy wegwischen. Erstmal auf dem Stoff geht das nicht mehr.
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Von dem Ergebnis bin ich beim Abziehen der Platte einfach nur begeistert. So gut hatte ich es – nach all den Missgeschicken vorher – tatsächlich nicht erwartet.
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Und so sieht das Endergebnis aus. Trotz der vielen Fehlschläge bin ich absolut zufrieden damit uns finde es sogar richtig gelungen. Aber ich bin mir sicher, sollte ich das mal reproduzieren wollen, wird es mir SO mit Sicherheit nicht gelingen…. 😅

Letzte Aktualisierung am 17.09.2021 um 03:51 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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