Bilderstrecke: Die Entstehung des „Wellen Beutels“

Monotypie in der Stoffmalerei - Welle auf Stoffbeutel - stoffe-bemalen.deIn den Bilderstrecken möchte ich dir zeigen, wie ich bei meinen Arbeiten vorgehe, in welcher Reihenfolge ich die Arbeitsschritte vollziehe und wie so langsam das fertige Werk entsteht.

Die einzelnen Schritte kommentiere ich dabei so gut es geht, damit man sie nachvollziehen kann.

Beginnen möchte ich dabei mit einer kurzen Beschreibung des Projekts und einer Auflistung der benötigten Materialien.

Los geht`s.

Der Beutel mit der Welle

Mein erster Versuch im Bereich Monotypie fand noch ganz unprofessionell mit einer Laminierfolie statt. Da ich noch überhaupt keine Ahnung und Erfahrung mit dieser Art der Stoffgestaltung hatte, nahm ich einen hellen Stoffbeutel und Stoffmalfarben für helle Stoffe zur Hand. Dieser Test führte jedoch dazu, dass ich quasi „angefixt“ war und mir im Anschluss eine Gelli Plate zulegte, um die Technik weiter verfeinern zu können.

Bei der Monotypie malt man sein Motiv nicht direkt auf den Stoff, sondern auf ein Trägermedium. In diesem Fall eben die Laminierfolie, später die Gelplatte. Anschließend stülpt man das Ganze auf den Stoff, drückt alles gut an und hat innerhalb kürzester Zeit ein komplexes Motiv auf dem Stoff. Wichtig ist dabei, sehr schnell zu arbeiten, damit die Farbe auf der Folie nicht antrocknet.

Deshalb entschied ich mich für das Wellenmotiv, da ich Wellen zwar gerne auf Stoff habe, aber das Malen nicht immer einfach ist. Auf der Folie war sie mit ein paar wenigen Pinselstrichen erschaffen.

Benötigte Materialien
  • heller Stoffbeutel
  • Stoffmalfarben für helle Stoffe
  • Pinsel, Wasser, Brett zum Einschieben
  • Rolle zum Andrücken der Farbe

Die einzelnen Arbeitsschritte habe ich in chronologischer Reihenfolge fotografiert.

Monotypie in der Stoffmalerei - Welle auf Stoffbeutel - stoffe-bemalen.de
Mit ein paar wenigen Pinselstrichen, unterschiedlichen Blautönen und ein bisschen Weiß ist die Welle auf der Folie entstanden. Der Auftrag dauerte allerhöchstens 5 Minuten, eher weniger. Deshalb gibt es auch von der „Entstehung“ keine Fotos. Noch liegt die Folie mit der eingefärbten Seite nach oben auf dem Stoff. Die Welle wird also gleich spiegelverkehrt auf dem Beutel zu sehen sein.
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Die Folie wird an der gewünschten Stelle auf den Stoff gelegt und anschließend gut angedrückt. Wer hat, kann hier gut einen solchen Roller verwenden. Man kann gut erkennen, dass sich das Motiv im Gegensatz zum Gemalten vorher noch verändert: Durch das starke Andrücken verlaufen bzw. verschwimmen die Farben noch ein wenig ineinander. Bei dem Wellenmotiv ist das durchaus okay und gewünscht – malt man feinere Motive, ist das eher ein Nachteil.

Vorallem die Gischt an der Wellenkrone hat sich beim Andrücken stark verändert. Außerdem muss einem klar sein, dass bei mehreren sich überdeckenden Farben die zuerst aufgetragene am stärksten zu sehen sein wird. Das kräftige Weiß der Pinselstupfen ist nicht mehr so deutlichzu erkennen, wie noch auf der anderen Seite der Folie. Das Motiv entwickelt beim Drucken quasi ein Eigenleben und eine eigene Dynamik. Das führt aber zu sehr interessanten und schicken Ergebnissen.

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Ich fange an der Ecke vorsichtig an, die Folie vom Stoff abzuziehen. So kann ich auch sehen, ob ich gut genug angedrückt habe und gegebenenfalls noch einmal korrigierend eingreifen. Besonders faszinierend finde ich, dass man wirklich die Pinselstriche auf dem Stoff noch erkennen kann.
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An ein paar Stellen hatte ich mit einem sauberen Pinsel etwas Farbe von der Folie weggenommen. Diese Stellen sind super sauber geblieben – ein schöner Effekt!
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Und fertig ist die Welle. Das Ergebnis sieht einfach klasse aus – vorallem wenn man den geringen Arbeitsaufwand bedenkt. Das hätte ich auf meine klassische Art niemals so hinbekommen. Außerdem wären die Pinselstriche nicht so schön klar zur Geltung gekommen.
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Und auf der Folie ist kaum Farbe zurückgeblieben. Nach der Reinigung mit klarem Wasser kann die Folie bei Bedarf dann wiederverwendet werden.

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